25. Oktober 2022 9-10:30 Uhr Online

#VMW-Frühstück: Würde

#VertrauenMachtWirkung-Frühstück mit Michael Beilmann von der Initiative Würdekompass

Zum dritten #VertrauenMachtWirkung-Frühstück der des Jahres 2022 fanden sich die Mitstreitenden der Initiative zusammen, um gemeinsam mit Micheal Beilmann von der Initiative Würdekompass das Thema „Würde“ und dessen Bedeutung für die Arbeit von Stiftungen zu beleuchten. Unter anderem sollte erörtert werden, welche Rolle Würde in von Vielfalt geprägter Zusammenarbeit und für gutes Zuhören sowie erfolgreiche Kooperationen spielt und welche Entwicklung eine Auseinandersetzung mit dem Thema in diesen Bereichen mit sich bringen kann.

Um einen Einstieg in die Thematik zu finden, waren die Teilnehmer*innen eingeladen, frei zum Begriff “Würde” zu assoziieren. Dabei wurden Schlagwörter wie „Respekt“, „Anerkennung“ und „Wertschätzung“ genannt. Während einige Mitstreitende berichteten, dass sie sich in ihrer Stiftungsarbeit bereits intensiv mit dem Thema beschäftigen, beispielsweise bei der Formulierung von Leitbildern, kam bei anderen die grundlegende Frage auf, wie “Würde” im Arbeitskontext überhaupt zu definieren ist.

Um eine gemeinsame Basis zur Erarbeitung des Themas zu schaffen, stellte Michael Beilmann im nächsten Schritt zunächst die Grundzüge des Begriffs „Würde“ vor.

Hier findet Ihr die Präsentation von Michael Beilmann zu „Würde“.

Darauffolgend hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, in Kleingruppen ihre Perspektiven und Erfahrungen zum Thema zu teilen und zu diskutieren. Rahmengebend für den Austausch waren dabei die folgenden Fragen, welche sich an ausgewählten #VMW-Thesen orientierten:

  • These 1: „Was hat Vielfalt mit Würde zu tun?“
  • These 2: „Wie hängen Würde und gutes Zuhören zusammen?“
  • These 5: „Und welche Rolle spielt Würde für erfolgreiche Kooperationen?

In der gemeinsamen Reflexion in den Kleingruppen wurde festgestellt, dass Würde vor allem eine Frage der Haltung ist, die sowohl im Arbeits- als auch im persönlichen Leben regelmäßig reflektiert werden sollte.  Durch stetes Bewusstwerden und Praktizieren von würdevollem Verhalten könnten kleine Veränderungen im eigenen Alltag erreicht und so langsam auch allumfassende Strukturen bewegt werden.

Ein Thema der Diskussion war auch die Frage, wie sich Würde in unterschiedlichen Positionen des gesellschaftlichen Machtgefüges verhält. Wenn Würde aus einer intersektionalen Perspektive betrachten wird, wird offensichtlich, dass es je nach Setting nicht alle die gleiche Würde erfahren. Intersektionale Machtverschränkungen und -ungleichheiten sorgen dafür, dass bestimmte Gruppen weniger Würde zugesprochen wird und machen es schwieriger für sie, Würde einzufordern. Um diesen Machtgefällen entgegenzuwirken ist es umgekehrt deshalb umso wichtiger, genau diesen Gruppen „Würde“ zu geben beziehungsweise ein Bewusstsein dafür zu haben. Dies zeigt, dass insbesondere in diversen Konstellationen eine würdevolle Atmosphäre und ein Bewusstsein für Würde versteckte Machthierarchien abbauen kann. Denn grundsätzlich sollte das Entgegenbringen von Würde nicht wie Respekt mit einer erbrachten Leistung verknüpft sein. Würde ist eine Grundhaltung, die allen zusteht: Menschen sollten so behandeln werden, wie man selbst behandelt werden möchte. Dabei ist aktives, respektvolles und zugewandtes Zuhören zentral.

Denn insbesondere in Kooperationen stoßen häufig unterschiedliche Wertesystem aufeinander. Für eine gute Zusammenarbeit muss sich auf ein gemeinsames Wertesystem verständigt werden und der Begriff „Würde“ in jeder Kooperationskonstellation stets neu ausgehandelt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle mit einem geteilten Grundverständnis agieren und Missverständnissen vorgebeugt wird. Dazu sind Zeit und Raum für diesen Diskurs unerlässlich.