2025 National Study of Philanthropic Practice

Fortschritt ist sichtbar, aber der strukturelle Wandel, der Nonprofits und Communities langfristig stärkt, steht erst am Anfang – die aktuelle Umsetzung vertrauensbasierter Förderpraktiken in den USA.

Die „2025 National Study of Philanthropic Practice“ von Grantmakers for Effective Organizations (GEO) zeigt deutlich: Damit Philanthropie wirksam im Dienst von Nonprofits und Communities arbeiten kann, braucht es einen grundlegenden kulturellen und praktischen Wandel im Stiftungssektor. Förderung, die auf Gerechtigkeit, Teilhabe und langfristige Wirkung ausgerichtet ist, erfordert flexible und verlässliche Ressourcen, Kapazitätsaufbau, transparente Wissensweitergabe und echte Zusammenarbeit mit den betroffenen Personen. Vor allem aber verlangt es ein neues Verständnis von Macht – und die Bereitschaft, Entscheidungsspielräume zu teilen sowie ausgehend von Community-Expertise statt institutionellen Routinen zu handeln.

Die Studie, die seit 2008 regelmäßig durchgeführt wird und als einzige alle US-amerikanischen Stiftungen mit hauptamtlichen Mitarbeitenden befragt, zeigt Fortschritte: Diversität, Gerechtigkeit und Inklusion sind für eine große Mehrheit der Stiftungen zu zentralen strategischen Leitlinien geworden. Immer mehr Förderorganisationen investieren über das Minimum hinaus, gewähren mehrjährige Mittel und erhöhen den Anteil ungebundener Förderung. Partizipative Ansätze werden auch häufiger genutzt.

Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass es bei der Umsetzung vertrauensbasierter Förderpraktiken immer noch Luft nach oben gibt. So geht die Unterstützung für Kapazitätsaufbau zurück – ausgerechnet in einer Zeit, in der gesellschaftliche und organisationale Anforderungen steigen. Viele Nonprofits müssen Evaluationen durchführen, erhalten aber keine Mittel dafür. Indirekte Kosten werden häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Und obwohl sich viele Stiftungen zu DEI bekennen, gelingt die Übersetzung dieser Werte in konsequente Praxis nur teilweise.

Interessant ist auch, dass diese Entwicklungen kaum von Organisationsgröße oder -typ abhängen. Entscheidend scheint vielmehr die innere Haltung: Stiftungen, die Diversität oder vertrauensbasierte Philanthropie als zentral ansehen, setzen deutlich häufiger wirkungsorientierte Förderpraktiken, wie ungebundene und langfristige Förderungen, um.

Die GEO-Ergebnisse zeichnen damit ein differenziertes Bild: Fortschritt ist sichtbar, aber der strukturelle Wandel, der Nonprofits und Communities langfristig stärkt, steht erst am Anfang. Für den deutschsprachigen Raum könnte die Studie ein Hinweis darauf sein, welche Trends, Chancen und Spannungsfelder auch in den kommenden Ergebnissen des FörderMonitor sichtbar werden könnten – und wohin sich eine zukunftsfähige, partnerschaftliche Philanthropie auch hier entwickeln kann.

Hier geht’s zur Studie.