Kleine Summen, große Hilfe?

Die Bedeutung von Mikroförderung für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland.

Mikroförderungen – also Förderprogramme mit Beträgen bis zu 5.000 Euro – sind an der Basis der Zivilgesellschaft ein unverzichtbares Instrument. Die im März 2026 veröffentlichte Studie von ZiviZ im Stifterverband und der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW), zeigt erstmals bundesweit systematisch, wie diese Mittel genutzt werden und wo das System noch ausbaufähig ist.

Knapp 40 Prozent der zivilgesellschaftlichen Organisationen nutzen Mikroförderprogramme bereits. Die Mittel fließen vor allem in Ausstattung (60 Prozent) und Veranstaltungen (45 Prozent). Das heißt auch: Die Mehrheit zivilgesellschaftlicher Organisationen erhält keine Mikroförderungen – und das liegt selten am fehlenden Bedarf: Nur 3 Prozent der Befragten fühlen sich gut über geeignete Programme informiert. Passende Förderangebote werden zu 64 Prozent über persönliche Kontakte gefunden, nicht über strukturierte Informationswege. Wer diese Kontakte nicht hat, bleibt außen vor.

Hinzu kommt ein bekanntes Missverhältnis: Der zeitliche Aufwand für Antragstellung und Abwicklung liegt meist zwischen vier und zehn Stunden – für Beträge unter 5.000 Euro. Der administrative Aufwand, insbesondere durch kleinteilige Nachweispflichten, wird von vielen Organisationen als unangemessen empfunden.

Dieses Problem findet sich nicht nur in der Mikroförderung: Der FörderMonitor 2026 zeigt, dass unverhältnismäßige Berichtspflichten und mangelnde Transparenz zu den am häufigsten genannten Belastungen gehören – und das unabhängig von der Förderhöhe. Die Forderung aus der ZiviZ-Studie, auf kleinteilige Einzelnachweise zu verzichten und stattdessen Pauschalen zuzulassen, deckt sich nahezu wortgleich mit dem, was geförderte Organisationen im FörderMonitor gegenüber Stiftungen einfordern.

Die Studie formuliert klare Handlungsempfehlungen: Förderinstitutionen sollten strukturelle Hürden abbauen – durch Pauschalabrechnungen, Mehrfach- und Überjahresförderungen sowie eine aktiv verbesserte Sichtbarkeit ihrer Programme. Und fördersuchende Organisationen selbst können durch systematische Recherche und kollegialen Erfahrungsaustausch den eigenen Aufwand deutlich senken.

Für Stiftungen, die ihren Wirkungskreis auch im Bereich niedrigschwelliger Förderung weiterentwickeln möchten, bietet diese Studie eine praxisnahe und gut belegte Grundlage.

Hier geht’s zur Studie.